Die Chefin macht ein Praktikum – ein persönlicher Bericht

Im Februar war es soweit: Ich mache mein Baustellenpraktikum! Ja, richtig gelesen: Die Chefin der Zimmerei & Holzbau Wiedmer legt die Tastatur beiseite und tauscht sie gegen Hammer und Akkuschrauber.

Die Idee dafür entstand im Laufe des letzten Jahres aus einer Frotzelei mit unseren Mitarbeitern. Meine Ideen und Vorschläge wurden oftmals mit der Begründung abgeblockt „Du im Büro hast ja gar keine Ahnung, wie es auf der Baustelle so abläuft! Du musst mal bei uns ein Praktikum machen.“. Obwohl mich diese Reaktion auf meine Vorschläge auch manchmal etwas geärgert hat, musste ich aber einsehen, dass die Jungs Recht hatten. Ich habe mein Studium der internationalen Betriebswirtschaftslehre als Diplom-Kauffrau abgeschlossen und danach 13 Jahre bei einem großen Bauchemie-Hersteller im Produktemanagement und Marketing gearbeitet. Durch die Produkte (Fliesenkleber, Fugenmörtel, etc.) war ich zwar nah am Handwerk dran, aber nie auf einer Baustelle. Auch unsere eigenen Baustellen habe ich oft nur besucht, um Fotos zu machen oder den Kindern zu zeigen, wo der Papa arbeitet. Wirkliche Einblicke in die Abläufe habe ich dadurch nicht bekommen.

Aus der ersten Frotzelei wurde nach und nach eine ernstgemeinte Forderung nach einem Praktikumstag. Den wollte ich dann auch umsetzen, sobald ich in Vollzeit in unsere eigene Firma eingestiegen bin. Und da ein Tag ja kein Tag ist, habe ich gleich eine ganze Woche in den Topf geworfen. Wenn schon, dann aber richtig!

Nachdem das dann feststand, musste ich das Ganze vorbereiten. Als erstes musste ich die richtige Baustelle finden. Wichtigstes Auswahlkriterium: es durfte nicht zu hoch sein, da ich ja Höhenangst habe. Zu meinem Glück hat uns ein Kunde für den Winter mit seiner Fassade beauftragt. Das passt doch! Nun musste ich noch die richtige Arbeitskleidung besorgen: eine Zunfthose, Jacke, T-Shirt und Sicherheitsschuhe. Und nicht zu vergessen: Thermounterwäsche! Im Winter ist es deutlich kühler draußen als bei mir im Büro mit angenehmen 21 ° C.

Jetzt konnte es losgehen. Die Aufregung wuchs. Beim Blick auf den Wetterbericht stellte ich mir immer wieder die Frage: Wie bist du nur auf diese Idee gekommen? Es gab aber kein Zurück mehr. Ich hatte schließlich einen Ruf zu verlieren. Einer unserer Mitarbeiter wette sogar, dass ich nicht länger als bis Mittwoch durchhalte. Wenn das kein Ansporn war!

An einem Freitag ging es morgens um halb acht bei uns los. Erst nochmal Material und Werkzeug laden, damit wir auch wirklich alles dabei haben. Auf der Baustelle verging dann erst einmal einige Zeit, bis die Baustelle so eingerichtet war, dass auch gearbeitet werden konnte: Kabeltrommel raus, Werkzeug vorbereitet, und und und. Und dann ging es wirklich los. An der Fassade war die Unterkonstruktion schon angebracht und ich sollte gemeinsam mit unserem Gesellen Jannis die Holzweichfaserplatten anbringen. Während Jannis eingemessen hat, habe ich die Platten herangeschleppt. Viele Platten! An so ein Haus geht einiges ran. Wir haben uns dann Stück für Stück von links nach rechts und dann nach oben gearbeitet. Jannis hat mit dir wirklich wichtige Aufgabe anvertraut, auf den Platten den Verlauf der Unterkonstruktion zu markieren, damit wir später beim Ausflocken auch jedes Gefach füllen. Ich durfte dann auch ein paar Platten mit der Handkreissäge zuschneiden. Jannis hat dann ein paar nachgesägt. Die Platte festzuschießen habe ich auch probiert. Bei mir war der Schusser kaputt. Beim Jannis ging er dann wieder. Am Ende des Tages konnte ich sehen, was wir geschafft haben: eine fertig beplankte Wand! Im Büro sieht mein Schreibtisch morgens wie abends gleich aus. Das macht schon stolz! Und müde …

In den nächsten Tagen haben wir dann die Wände fertig beplankt und anschließend mit Zellulose ausgeflockt. Hier durfte ich unsere Maschine mit Material befüllen. Klingt einfach, war für mich aber ungewohnt harte Arbeit, da die Pakete einiges wiegen. Ich habe dann gleich noch die Gelegenheit genutzt und einen kleinen Baustellenfilm vom Flocken gedreht, damit ich unseren Kunden zeigen kann, wie das Ganze funktioniert. Nach dem Flocken wurde schwarze, winddichte Folie aufgebracht, um das Haus gut einzupacken. Das hat bei dem starken Wind einiges an Geschick gefordert. Auch hier hatten die Jungs immer genug für mich zu tun, damit ich nicht rumstand. Davon wurde mir nämlich kalt. Danach kam die Unterkonstruktion aus schwarzen Latten ran und dann war diese Baustelle für mich beendet. Wir sind für ein kleineres Projekt nach Schwendi gewechselt, da dort ein undichtes Garagendach gerichtet werden musste. Ja richtig, ein Dach und ich bin sogar raufgegangen. Ok, es war nur ein Flachdach, also auch für Angsthasen wie mich machbar. Hier haben wir dem Flachdach ein Pultdach aufgesetzt. Am Anfang konnte ich noch mithelfen, aber dann gab es für einen Laien wie mich nur wenig zu tun, da es doch recht knifflig und schwer wurde. Die Balken wiegen schon einiges und selbst der Chef hat ganz schön das Gesicht verzogen, als er die Sparren auf die Schulter gewuppt hat. Ich habe nicht mal den Versuch gemacht, ihn anzuheben, also den Sparren, nicht den Chef.

Nach einem Kundenanruf, der dringend Unterlagen benötigte, war mein Praktikum an diesem Tag und somit für die gesamte Woche beendet.

In der Summe hat das Praktikum unglaublich viel Spaß gemacht. Die Arbeiten sind abwechslungsreich und komplex. Es gibt Tage, das sieht man richtig, was man getan hat. Es gibt aber auch viele Arbeiten, die sehr fummelig sind und ungemeine Genauigkeit verlangen. Das ist am Abend dann nicht viel zu sehen. Die viele frische Luft hat mir gutgetan. Ich war abends rechtschaffend müde und hatte einen erholsamen Schlaf. Der Muskelkater ist auch irgendwann vergangen. Es ist bei vielen Sachen einfach auch eine Frage der Übung und Gewöhnung.

Ich werde auf alle Fälle immer mal wieder einen praktischen Tag einlegen.

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